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22.08.2018

Die Online-Kommunikationsagentur Aufgesang GmbH hat ihre jährliche E-Commerce-Studie für Deutschland veröffentlicht. Bereits zum achten Mal gewährt die Studie Einblicke in Online-Marketing-Trends und Web-Analyse-Praktiken der 196 größten deutschen Online-Shops. Die wichtigsten Erkenntnisse aus der diesjährigen Studie haben wir Ihnen in diesem News-Beitrag zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Über die Studie

Die jährlich veröffentlichte Studie betrachtet die Online-Marketing-Landschaft in Deutschland und untersucht verschiedene Aspekte, die deutsche Online-Shops im E-Commerce betreffen. Dazu zählen unter anderem Traffic-Verteilung, Suchmaschinenoptimierung (SEO), Suchmaschinenwerbung (SEA, primär über Google Ads) und der Einsatz von sozialen Medien. Generell geht es darum, durch den Abgleich mit Daten aus früheren Studien Trends zu ermitteln, aus denen sich Zukunftsprognosen ableiten lassen.

Die Studie betrachtet 196 der größten, sprich umsatzstärksten, Online-Shops in Deutschland und erstreckt sich über verschiedene Branchen. Hierzu zählen Elektronik, Kosmetik, Spielwaren, Arzneimittel, Kleidung und Mode, Auto- und Motorradzubehör, Heimwerker, Möbel, Büroausstattung, Medien, Tiernahrung und Komplettsortiment. Zu den teilnehmenden Shops gehören etwa Branchengrößen wie notebooksbilliger.de (Elektronik), zalando.de (Kleidung und Mode), reifendirekt.de (Autozubehör), oder auch amazon.de als bekanntester Vertreter aus dem Bereich Komplettsortiment.

Was ist neu?

Laut den Autoren gab es bei der Erstellung der diesjährigen Studie einige Neuheiten. Zunächst kommen mit WhatsApp und Reddit zwei neue Soziale Medien hinzu, über die erkennbarer Traffic generiert wird. Des Weiteren wurde die Universal Search erstmals differenziert nach Kategorien, also Bildern, Videos, Maps und News, betrachtet.
Die wichtigste Erkenntnis 2018 ist dann auch, dass Universal-Search-Traffic immer stärker zunimmt und den Traffic über Google Ads (ehemals Google AdWords) in manchen Branchen bereits überholt hat. Eine Traffic-Zunahme ist bereits seit 2014 zu notieren gewesen, doch in diesem Jahr hat sich der Anteil im Vergleich zu 2017 in den meisten Branchen verdoppelt. Insgesamt liegt der Anteil des Universal-Search-Traffics bei 15,3 Prozent gegenüber 7,6 Prozent im Vorjahr.

Vor allem die Bildersuche mit rund 91,8 Prozent ist hierfür unverkennbar maßgebend. Auf Platz zwei liegt die Maps-Suche mit einem Anteil von rund 7,6 Prozent. Wichtig zu erwähnen ist allerdings auch, dass die Art der Suche branchenabhängig ist. So spielt die Suche über Maps logischerweise eine größere Rolle bei Heimwerkern (20,3 Prozent) als bei Medien (0 Prozent).

Weitere Erkenntnisse

Während Traffic, der über die universelle Suche generiert wird also deutlich an Bedeutung gewinnt, nimmt der Anteil von Google Ads an der totalen Traffic-Verteilung weiterhin beständig ab. Hier ist ein krasser Rückgang von 6,1 Prozent im Vorjahr, als noch ein zwischenzeitliches Hoch im Vergleich zu 2016 erkennbar war, auf nunmehr 3,5 Prozent in diesem Jahr zu verbuchen. Trotz schrumpfender Zahlen des Google-Ads-Traffics ist jedoch ein Anstieg von 44,6 Prozent in der bezahlten Sichtbarkeit (Paid Visibility) ermittelt worden.

Gleichzeitig zählen die organische Suche sowie die organische Sichtbarkeit (SEO Visibility) nach wie vor zu den wichtigsten Faktoren für Traffic bei allen untersuchten Online-Shops. Ungeachtet eines deutlichen Rückgangs im Vergleich zum Vorjahr, was auf den Anstieg des Universal-Search-Traffics zurückzuführen ist, hält sich der Anteil mit 81,2 Prozent immer noch sehr stabil.

Soziale Medien insgesamt auf dem Vormarsch

Wie bereits erwähnt finden sich mit WhatsApp und Reddit zwei neue Quellen in der Studie von 2018, die mit verantwortlich dafür sind, dass soziale Medien insgesamt verstärkten Traffic zu Online-Shops generieren. Dieser sogenannte Social Traffic (Social Visits) ist im Vergleich zu anderen Traffic-Quellen wie dem direkten Traffic (40 Prozent) und der klassischen Suche (49,3 Prozent) zwar immer noch gering (1,4 Prozent), spiegelt aber einige interessante Trends wider.

So ist festzuhalten, dass Facebook mit nunmehr 99 Prozent (86,9 Prozent in 2017) die unbestrittene Nummer eins unter den Sozialen Kanälen in Sachen Sichtbarkeit und Traffic bleibt, aber dass der anteilige Social Traffic im Vergleich zum Vorjahr um immerhin 9,9 Prozentpunkte auf 48,8 Prozent gefallen ist. Maßgeblich ursächlich hierfür ist die relative Zunahme des Traffics, der von anderen Kanälen wie YouTube (Anstieg um 11,5 Prozentpunkte auf 30,6 Prozent), Twitter, Pinterest, Reddit oder WhatsApp stammt. Auffällig ist überdies, dass Google+ keinerlei Bedeutung mehr für die Traffic-Generierung zu haben scheint.

Google Analytics meist genutztes Tool – DSGVO macht sich bemerkbar

Google Analytics bleibt das mit Abstand meist genutzte Analyse-Tool deutscher Online-Shops. Vor allem der Zuwachs um 15,6 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr ist beachtlich. Auf Platz zwei kommt der globale Marktführer SiteCatalyst von Omniture, der mit einem Rückgang von 1,4 Prozentpunkten unter die 10-Prozent-Marke fällt. Das deutsche Unternehmen Webtrekk verliert mit über 7 Prozentpunkten deutlich an Bedeutung.

Darüber hinaus konnte über die Studie ermittelt werden, dass immerhin 26 der 196 Shops während der DSGVO-Umstellung kein Web-Analyse-Tool verwendet haben, was die große Unsicherheit vieler E-Commerce-Unternehmer in Bezug auf die verschärften Datenschutzanforderungen eindrucksvoll verdeutlicht.

Fazit

Wie in den vergangenen Jahren auch, gibt die diesjährige Studie über „Online-Marketing bei deutschen Onlineshops 2018“ interessante Aufschlüsse über die Entwicklungen im E-Commerce in Deutschland. Im Hinblick auf die Zukunft lassen sich Trends ableiten, deren korrekte Einordnung von großer Bedeutung für erfolgreiches Online-Marketing sein können. In diesem Jahr zählt der enorme Anstieg des Universal-Search-Traffics zu den größten Überraschungen, was mit einem Rückgang des Google-Ads-Traffics einhergeht. Außerdem wird interessant zu beobachten sein, ob YouTube und WhatsApp auch zukünftig zu vermehrtem Traffic über soziale Medien beitragen werden.