Inkasso ist von großer Bedeutung für die Wirtschaft und den Verbraucher

Die Beauftragung eines Inkassounternehmens ist hierbei, sozusagen, auch lediglich die Auslagerung eines Teilbereiches täglicher Unternehmensführung, und zwar des Forderungseinzugs. Es wird ein außenstehendes Unternehmen damit beauftragt, ausstehende Forderungen bei den Schuldnern zu realisieren, damit die eigene Buchhaltung von diesem Vorgang entlastet werden kann, der Geld, Zeit und Personal erfordert. Die Privatpersonen haben ebenfalls die Möglichkeit, von dieser Dienstleistung Gebrauch zu machen. Laut der Beobachtung eines Experten, ist es besonders bei den Klein- und mittelständischen Unternehmen oft die unmittelbare Nähe zum Schuldner – möglicherweise die persönliche oder die langjährige geschäftliche Beziehung – die ein eigenes konsequentes Mahnwesen beeinträchtigt. Es wird sich schwergetan, ausstehende Rechnungen einzufordern, weil man die Beziehung zum Schuldner keinesfalls gefährden möchte, sei es, dass man ihn als Kunden nicht verlieren möchte beziehungsweise einen Bruch im geschäftlichen Umfeld befürchtet. Diese falsche Rücksichtnahme führt nicht selten dazu, dass der Gläubiger selbst in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Damit ist dann erst recht niemandem gedient. Eine ‚dritte Person‘, Hilfe von außen, kann da die benötigte Distanz herstellen.

Der Mangel an Informationen sorgt für Unsicherheit

Im Gegensatz zum Begriff “Rechtsanwalt”, der unmittelbar mit dem juristischem Beistand in Verbindung gebracht wird, sind die Assoziationen zum Begriff “Inkasso” oftmals eher unpräzise bis grundsätzlich nicht existierend – beziehungsweise sogar negativ. Neben den zahlreichen anderen Aufgaben, die die Rechtsanwälte wahrnehmen, können sie auch die Gläubiger im Bereich des Forderungseinzugs unterstützen. Laut der Erläuterung eines Experten, tut ein Inkassounternehmen nichts anderes. Und das, im Gegensatz zu den Rechtsanwälten, ausschließlich. Inkasso ist etwas, was sich jeden Tag allerorts ereignet: Es bezeichnet den Einzug von Forderungen. So unkompliziert ist das. Im Bereich der Gastronomie werden in Österreich die Kassierer als Inkassanten bezeichnet, und auch in Deutschland denkt sich wohl keiner etwas dabei, wenn im Lokal der Kellner fragt: ‚Kann ich bitte kassieren?‘ – ganz zu schweigen von der Kassiererin im Supermarkt.

Die Inkassobeauftragung ist unkompliziert

Ein Experte führt aus, dass wenn man die Forderungen nicht selbst realisieren kann, dann sollte man als Unternehmer nicht zu lange damit warten, sich Hilfe von außen zu holen. Es ist niemandem damit gedient, wenn man als Gläubiger aus falsch verstandener Rücksichtnahme gegenüber dem Schuldner/Kunden selbst in Zahlungsschwierigkeiten gerät, weil zu viele ausstehende Forderungen die Liquidität gefährden. Die Beauftragung eines Inkassounternehmens geht meist einfacher und unkomplizierter, als viele vermuten. Ein Inkassounternehmen benötigt beispielsweise für eine Beauftragung vom Gläubiger lediglich eine Kopie der Rechnung oder einen Kontoauszug sowie eine Kopie der 1. Mahnung oder die Angabe der Mahndaten. Nach der Prüfung, ob die Forderung rechtens ist und ein Zahlungsverzug vorliegt, wird das Inkassounternehmen unverzüglich tätig. Während des gesamten Verfahrens bleibt das Inkassounternehmen Ansprechpartner für den Gläubiger, der sich jederzeit nach dem Stand seines Auftrages erkundigen kann. Die Konditionen der Inkassounternehmen sind zum Teil ganz unterschiedlich, das Inkassowesen ist jedoch gesetzlich eindeutig geregelt und zur Transparenz verpflichtet. Bei der Auswahl eines seriösen Inkassobüros sollte darauf geachtet werden, dass dieses ein Mitglied im Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) ist.

Über Geld sollte geredet werden

Generell steht fest, dass der Schuldner den Verzugsschaden – d. h. alle Kosten, die dem Gläubiger dadurch entstehen, dass der Schuldner mit der Forderung an ihn in Verzug gekommen ist (hierzu gehören i.d.R. ebenso die Inkassokosten) – zu tragen hat. Laut dem Appell eines Experten, sollte man demnach die Beauftragung eines Rechtsanwaltes oder eines Inkassobüros nicht meiden, schon gar nicht, wenn die eigene Zahlungsunfähigkeit durch die verlorenen Forderungen bevorsteht. Laut des BDIU führen die Inkassounternehmen jährlich bis zu 5 Milliarden Euro der Wirtschaft wieder an Liquidität zu. Dies zeigt, dass man als Gläubiger mit seiner Forderung nicht alleine dasteht. Ferner zeigt dies, dass es ein absolut üblicher Vorgang ist, sich Hilfe von außen zu holen und den Forderungseinzug ‚auszulagern‘ – und dies ist, dort, wo man selbst nicht weiterkommt, auch zwingend notwendig. Beim überwiegenden Teil der an das Inkassounternehmen abgegebenen Aufträge können außergerichtliche Einigungen erzielt werden. In Anbetracht der zuvor genannten Zahlen wird deutlich, dass Inkasso kein unbekanntes Wesen mehr ist, sondern ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil der deutschen Wirtschaft.

Jeder braucht Inkasso – auch der Verbraucher

Mit den eigenen Unzulänglichkeiten wird oftmals sehr nachsichtig und einfühlsam umgegangen. Mit denen der anderen jedoch eher nicht. Entsprechend sieht manch einer das mit dem Bezahlen von Rechnungen bei sich selbst eher locker – möchte man doch zu gerne haben, was alle haben, auch wenn man es sich nicht leisten kann – und übersieht jedoch dabei, dass alle Verbraucher die Forderungsausfälle von den Unternehmen letztlich mitbezahlen – ebenso man selbst. Aufgrund der Zahlungs(un)moral sind die Unternehmen gezwungen, die Forderungsausfälle bei der Preisgestaltung in die Kalkulation mit einfließen zu lassen. Somit erhöht sich der Preis einer Ware und wird an den Verbraucher weitergegeben. Die Inkassowirtschaft hat die Möglichkeit, durch die Realisierung von den Forderungen der Unternehmen u. a. dazu beizutragen, dass die Forderungsausfälle erst gar nicht auf die Verbraucher umgelegt werden müssen. Diese hilft die Insolvenzen zu verhindern und hierdurch die Arbeitsplätze zu erhalten, stabilisiert die Wirtschaft und entlastet die Gerichte durch den meistens außergerichtlich verwirklichten Forderungseinzug.

Fazit: Inkasso – von großer Bedeutung und völlig normal

Abschließend führt ein Experte aus, dass jeder die Möglichkeit hat, die Dienstleistung, berechtigte Forderungen von einem Inkassobüro einziehen zu lassen, zu nutzen. Das Inkassowesen ist gesetzlich eindeutig geregelt und transparent. Und weil dies so ist, sollte man auch als Schuldner bei der Post vom Inkassobüro nicht auf stur schalten, sondern auf jeden Fall reagieren. Die Untätigkeit schützt nicht vor eventuellen Konsequenzen. Ganz im Gegenteil, das schnelle Reagieren kann ggf. vor vermeidbaren Folgekosten bewahren. Irren ist menschlich – beiderseits. Wenn eine angemahnte Forderung berechtigt sein sollte, dann muss man zu dem verursachten Schaden stehen. Man sollte mit dem Inkassobüro über die Rückzahlungsmodalitäten, wie beispielsweise die mögliche Ratenzahlung, sprechen. Sollte eine Forderung unberechtigt sein, weil diese möglicherweise bereits längst nachweislich beglichen wurde, dann entstehen dem vermeintlichen Schuldner keinerlei Kosten! Faktisch gilt der Spruch: ‚dein Freund und Helfer‘  einer anderen Berufsgruppe. Die Inkassounternehmen sind jedoch der Wirtschaft behilflich – letztlich sogar allen Menschen. Hieran kommt man keineswegs vorbei.